Inflationsrechner: Berechnung der Preissteigerung in Deutschland

Mit diesem Inflationsrechner können Preise oder Vermögen aus der Vergangenheit auf der Grundlage des offiziellen Verbraucherpreisindex (VPI) für Deutschland mit den heutigen Werten verglichen werden.

Im Familienrecht wird bei der Berechnung des Zugewinns durch Indexierung des Anfangsvermögens die Inflation berücksichtigt. Das Anfangsvermögen, das am Tag der Eheschließung in die Ehe eingebracht wurde, ändert seinen Wert im Laufe der Zeit entsprechend der Inflationsrate.

Aber auch für andere Fragenstellungen kann der Inflationsrechner hilfreich sein: Angenommen, Sie haben im Jahr 2000 ein monatliches Gehalt von 2.300 Euro erhalten. Um die Inflation auszugleichen, müsste Ihr Gehalt im Jahr 2021 auf mindestens 3.141 Euro gestiegen sein. Oder Sie haben in früheren Jahren Aktien erworben. Dann können Sie die Entwicklung des Aktienwertes vergleichen mit der allgemeinen Preisentwicklung. Oder angenommen, Sie haben in früheren Jahren eine Immobilie erworben. Wie hoch könnte der Preis dieser Immobilie im Jahr 2021 sein allein infolge der Inflation? Dabei ist allerdings zu beachten, dass das Ergebnis im allgemeinen nicht dem gültigen Marktpreis der Immobilie entspricht. Dieser kann darüber oder darunter liegen und hängt stark von der Immobilienpreisentwicklung, vom Standort und der Lage der Immobilie ab.


Inhaltsverzeichnis


Inflationsrechner: Preissteigerung und Inflationsrate berechnen

Durch Eingabe des ersten und des letzten Jahres, jeweils bezogen auf das Jahresende, wird der zu betrachtende Zeitraum festgelegt. Der kleinste zu betrachtende Zeitraum ist ein Jahr. Für das erste Jahr wird der Anfangswert eingetragen. Der ausgegebene Wert für das letzte Jahr gibt an, um wieviel sich dieser Anfangswert erhöht hat. Es kann angewählt werden, ob die Werte in Euro (€) oder Deutscher Mark (DM) ein- oder ausgegeben werden sollen. Ist das eingegebene letzte Jahr später als das zuletzt veröffentlichte Jahr 2021, wird die Inflationsrate für kommende Jahre geschätzt.

Aktuelle Werte eingeben und [Berechnen] anwählen:

Eingaben zum Inflationsrechner Deutschland
Jahr: Wert: VPI: Währung:
Erstes:
Letztes:

Weitere Ergebnisse des Inflationsrechners
Kaufkraft im letzten Jahr 2021:
Preissteigerung 1948 - 2021: %
Durchschnittliche Inflationsrate 1948 - 2021: %
Inflationrate im letzten Jahr 2021: %


Weitere Ergebnisse des Inflationsrechners

Bezogen auf den eingegebene Wert im ersten Jahr gibt die ausgegebene Kaufkraft den realen Wert am Ende des letzten Jahres an. Die berechnete Preissteigerung ist definiert als die prozentuale Veränderung der Preise im betrachteten Zeitraum. Die durchschnittliche Inflationsrate pro Jahr gibt den Prozentsatz an, um den die Preise im Durchschnitt pro Jahr gestiegen sind. Die Inflationsrate im letzten Jahr gibt an, um wieviel Prozent sich die Preise vom Anfang bis zum Ende des letzten Jahres erhöht haben.

Schätzung der Inflationsrate für kommende Jahre

Ist das im Inflationsrechner eingegebene letzte Jahr später als das zuletzt veröffentlichte Jahr 2021, wird die Inflationsrate für die kommenden Jahre geschätzt. Dazu werden entsprechend der Zahl der zukünftigen Jahre die historischen Verbraucherpreisindizes (VPI) der vergangenen Jahre verwendet. Für diesen zurückliegenden Zeitraum wird die durchschnittliche Inflationsrate pro Jahr und der sich daraus errechnete Verbraucherpreisindex (VPI) für das letzte Jahr ausgegeben. Im Falle von geschätzten Daten wird im Inflationsrechner ein Hinweis mit den verwendeten Jahreszahlen für die Schätzung angezeigt.

Verbraucherpreisindex (VPI) für Deutschland

Der Verbraucherindex (VPI) ist ein zentraler Indikator für die Preisentwicklung in Deutschland. Die prozentuale Veränderung des Verbraucherpreisindex wird als Inflationsrate, Teuerungsrate oder Preissteigerung bezeichnet. Eine Zeitperiode mit einem steigenden Verbraucherpreisindex wird Inflation genannt, eine mit fallendem Verbraucherpreisindex Deflation. Der Verbraucherpreisindex für Deutschland - Lange Reihen ab 1948 wird monatlich als Tabelle vom Statistischen Bundesamt veröffentlicht. Diese Tabelle enthält für den Zeitraum 1948 bis 1991 verschiedene Preisindizes für die Lebenshaltung und seit 1991 zusätzlich einen vereinheitlichten Verbraucherpreisindex sowie einen Index der Einzelhandelspreise. Der Index bezieht sich jeweils als prozentualer Wert auf ein Basisjahr. Für die Jahre 1948 bis 1990 wird der Preisindex für die Lebenshaltung mit Basisjahr 1995 (Index = 100) und ab 1991 der Verbraucherpreisindex mit Basisjahr 2015 (Index = 100) dargestellt. In diesem Inflationsrechner 2022 wird zur Berechnung des Verbraucherpreisindex (VPI) der Preisindex für die Lebenshaltung von 1948 bis 1961 der Spalte "4-Personenhaushalt von Arbeitern und Angestellten" und von 1962 bis 1990 der Spalte "Alle privaten Haushalte" und ab 1991 der Spalte "Verbraucherpreisindex" für Deutschland entnommen. Das Statistische Bundesamt veröffentlicht für die verschiedenen Kennzahlen sowhl Jahres- als auch jeweils Monatswerte. In diesem Inflationsrechner 2022 werden nur die aktuellen durchschnittlichen Jahreswerte für den Verbraucherpreisindex (JD - Indizes) berücksichtigt. Die letzten aktualisierten Jahreswerte beziehen sich somit auf das Jahr 2021.


Inflationsrate und Preissteigerung in Deutschland historisch

Entwicklung der Inflationsrate

Die geringste Inflationsrate pro Jahr im gesamten betrachteten Zeitraum ab 1949 war 1950 mit einer negativen Inflationsrate von -6,4 %. Das bedeutet, dass Deutschland in diesem Jahr eine Deflation erlebt hat, die bereits 1949 (-1,1 %) begonnen hatte und 1950 endete. Die maximale Inflationsrate war dann im folgenden Jahr 1951 (7,6 %). Weitere Jahre mit einer Deflation relativ zum Vorjahr hatte Deutschland in den Jahren 1953 (-1,7 %) und 1986 (-0,1 %). Hohe Inflationsraten mit mehr als 6 % zum Vorjahr gab es in Deutschland in den Jahren 1973 (7,1 %), 1974 (6,9 %) und 1981 (6,3 %).


Entwicklung der Verbraucherpreise

Die Entwicklung der Verbraucherpreise im betrachteten Zeitraum beziehen sich auf den Bezugswert des ersten Jahres 1948 (0 %). Die prozentuale Preissteigerung gegenüber diesem Bezugsjahr wird für jedes Folgefahr aus dem Verbraucherpreisindex (VPI) berechnet und im Diagramm angezeigt. In den Jahren 1949 (-1,1 %), 1950 (-7,4 %) und 1951 (-0,35 %) sind die Verbraucherpreise gegenüber diesem Bezugsjahr gefallen. Die erste Preissteigerung gegenüber dem Bezugsjahr gab es 1952 (1,8 %). Im Folgejahr 1953 infolge der negativen Inflationsrate gab es gegenüber dem Bezugsjahr keine Preissteigerung, d. h. 100 DM aus dem Jahr 1948 waren 1953 immer noch 100 DM wert. Ab 1954 (0,4 %) stiegen die Preise infolge positiver Inflationsraten stetig an. Lediglich vom Jahr 1985 (181,4 %) zum Jahr 1986 (181,1) gabe es eine leichte Verringerung der Preise. Im letzten Jahr 2021 (410 %) waren umgerechnet 100 € aus dem Jahr 1948 im Jahr 2021 510 € wert.

Berechnung der Preissteigerung aus dem Verbraucherpreisindex (VPI)

Die Preissteigerung, auch Inflationsrate oder Teuerungsrate genannt, wird für den gewählten Zeitraum berechnet. Für die Berechnungen werden die Jahresdurchschnittswerte vom Verbraucherindex (VPI) verwendet, die seit 1948 vom Statistischen Bundesamt erhoben und veröffentlicht werden. In diesem Inflationsrechner 2022 wird die aktuelle Veröffentlichung vom 19.01.2022 berücksichtigt.

Durch Inflation steigen die Preise. Bei einer negativen Inflationsrate (Deflation) fallen die Preise. Das bedeutet, dass die gleichen Waren und Dienstleistungen einen höheren oder geringeren Geldwert bekommen. Der Wert W2 bezogen auf das Ende des letzten Jahres berechnet sich aus dem Produkt des Wertes W1 am Ende des ersten Jahres und dem Verhältnis von Verbraucherpreisindex VPI2 des letzten Jahres zum Verbraucherpreisindex VPI1 des ersten Jahres:

W2 = W1 * VPI2 / VPI1.

Ein Wert von 1000 € am Ende des Jahres 2017 hätte zum Ende des Jahres 2020 zum Beispiel einen Wert von:

W2 = 1000 * 105,8 / 102,0 = 1037,25 €.

Für Waren und Dienstleistungen im Wert von 1000 € im Jahr 2017 sind im Jahr 2020 für die gleichen Waren und Dienstleistungen 1037,25 € zu zahlen. Die prozentuale Preissteigerung P berechnet sich aus dem Verbraucherpreisindex VPI1 des ersten Jahres und dem Verbraucherpreisindex VPI2 des letzten Jahres wie folgt:

P = (VPI2 / VPI1 - 1) * 100.

Ein VPI von 102,0 im Jahr 2017 und ein VPI von 105,8 im Jahr 2020 ergibt zum Beispiel eine prozentuale Preissteigerung P von:

P = (105,8 / 102,0 - 1) * 100 = 3,725 %.

Berechnung der Kaufkraft aus dem Verbraucherpreisindex (VPI)

Durch Inflation verringert sich der Wert des Geldes, das bedeutet, dass das Geld eine gerin­gere Kauf­kraft hat und damit ein Kaufkraftverlust entsteht. Kaufkraft und Preissteigerung verhalten sich reziprok zueinander. Die Kaufkraft K bezogen auf das Ende des letzten Jahres berechnet sich aus dem Produkt des Wertes W am Ende des ersten Jahres und dem Verhältnis von Verbraucherpreisindex VPI1 des ersten Jahres zum Verbraucherpreisindex VPI2 des letzten Jahres:

K = W * VPI1 / VPI2.

Ein Wert von 1000 € am Ende des Jahres 2017 hätte zum Ende des Jahres 2020 zum Beispiel eine Kaufkraft K von:

K = 1000 * 102,0 / 105,8 = 964,08 €.

Für 1000 € lassen sich im Jahr 2020 nur noch Waren und Dienstleistungen kaufen, die im Jahr 2017 einen Wert von 964,08 € hatten.

Jährliche durchschnittliche Inflationsrate berechnen

Die ausgegebene durchschnittliche Inflationsrate gibt an, um wiewviel Prozent die Preise im betrachteten Zeitraum jährlich durchschnittlich gestiegen sind. Die durchschnittliche Inflationsrate I berechnet sich aus dem geometrischen Mittel aller Verbraucherpreisindizes im betrachteten Zeitraum über n Jahre mit i = 1 .. n:

xi = VPIi+1 / VPIi
I = ((x1 * x2 * ... * xn) 1/n) - 1) * 100.

Für die Jahre 2017 bis 2020 ergibt sich mit n = 3 zum Beispiel eine durchschnittliche Inflationsrate I von:

x1 = VPI2018 / VPI2017 = 103,8 / 102,0 = 1,0176
x2 = VPI2019 / VPI2018 = 105,8 / 103,8 = 1,0145
x3 = VPI2020 / VPI2019 = 105,8 / 105,3 = 1,0047
m = x1 * x2 * x3 = 1,0372
I = (m1/n - 1) * 100 = 1,23 %

Eine durchschnittliche Inflationsrate zum Beispiel von 1,23 % angewendet auf den Wert von 1000 € im ersten Jahr und jeweils auf die folgenden 2 Jahre ergibt jährliche Aufschläge von:

2018: 1,23 % von 1000,00 € = 12,30 €
2019: 1,23 % von 1012,30 € = 12,45 €
2020: 1,23 % von 1024,75 € = 12,60 €

Das ergibt eine Preissteigerung von 1037,35 €. Durch Rundungsfehler tritt eine kleine Abweichung auf gegenüber dem Ergebnis aus der Berechnung der Preissteigerung aus dem Verbraucherpreisindex (VPI).

Umrechnung Verbraucherpreisindex (VPI) von Basisjahr 1995 auf 2015

In der veröffentlichten Tabelle des statistischen Bundesamtes wird der Index für die Jahre 1948 bis 1990 auf das Basisjahr 1995 (Index = 100) bezogen. In diesem Inflationsrechner 2022 werden als Berechnungsgrundlage alle Indizes aus diesem Zeitraum umgerechnet auf das aktuell gültige Basisjahr 2015:

VPI = Index1995 * IndexJahr / 100.

Für das Jahr 1948 errechnet sich zum Beispiel der normierte Verbraucherpreisindex (VPI) damit gerundet auf eine Stelle nach dem Komma:

VPI = 75,1 * 28,5 / 100 = 21,4.